Archiv für Juni 2007

King Of My Castle

Juni 19, 2007

Da japanische Anime-Serie hier offenbar auf Interesse stoßen, habe ich kurzerhand diesen Musikvideo-Klassiker aus dem Jahre 1999 ausgegraben. Das „Wamdue Project“ (ein Pseudonym von Chris Brann) schaffte es mit „King Of My Castle“ damals sogar auf Platz 3 der deutschen Charts.

Was viele nicht wissen ist, daß das Video zum Song aus Auszügen aus dem Anime-Klassiker Ghost in the Shell besteht, der bereits 4 Jahre zuvor (also 1995) herauskam. Es handelt sich also nicht um den offizielen Soundtrack zum Film, doch die Sequenzen sind schon ziemlich perfekt auf den Sound zugeschnitten.

Wobei, wäre ich der Regisseur gewesen, ich hätte alte „Captain Future“ Sequenzen gewählt, das paßt vom Sound her noch besser. Doch auch dies gab es schon, bereits 1998 hat bekanntlich Phil Fuldner mit „The Final“ einen genialen Remix der Original-Mucke hingelegt — inklusive Video.

Sick, Sick, Sick

Juni 18, 2007

Die Stoner-Rock Band Queens Of The Stone Age (QOTSA) hat sich für „Sick, Sick, Sick“, der ersten Single-Auskopplung ihres neuen Albums „Era Vulgaris“, ein „nettes“ kannibalistisches Video produzieren lassen.

Regie führte Brett Simon, zusehen ist die Band wie sie vor einer dekadenten, attraktiven Frau spielt. Die Frau ist gerade beim Dinner und es wird deutlich, daß es die Band ist, die auf ihrer Speisekarte steht. Nach und nach werden die Bandmitglieder „abgeführt“ und für die Dame als jeweils nächster Gang „aufbereitet“. Das Ganze ist natürlich meist nur angedeutet — bis auf ein paar Schlüsselsequenzen, etwa das Zerschneiden einer Hand (die aber sichtbar keine echte ist). Zum Schluß fällt die Frau vorn über auf den Tisch, offensichtlich hat sie sich überfressen.

Liam Lynch hat zwei weitere, alternative Videos zum Song produziert. Einmal das sog. Bulby Video, in dem die Glühbirne vom Albumcover eine Hauptrolle spielt (ziemlich öde, bringt einem aber die Lyrics näher) und eine angeblich nur für Deutschland zusammengestellte Version, die eine annehmbare aber auch nicht besonders interessante Animation zeigt.

Natürlich reicht das Video nicht an Hardcore-Klassiker wie etwa von den Nine Inch Nails heran (die durchaus noch härtere Clips als den zu Closer produziert haben), die Idee mit dem Mahl ganz anderer Art ist aber trotzdem nett und paßt auch zum Song.

Wolf’s Rain

Juni 17, 2007

Nach japanischen Anime-Perlen wie „Ghost in the Shell SAC“ und „Gantz“ sendet MTV seit ein paar Monaten „Wolf’s Rain“ (2003) in deutscher Fernseherstausstrahlung, mit jeweils einer Folge pro Woche. Vor zwei Wochen hat man den Zyklus wieder von vorne gestartet, zeigt die Folgen also inzwischen zum zweiten Mal.

Der Plot von „Wolf’s Rain“ geht ursprünglich auf Keiko Nobumoto zurück, die auch schon den Anime-Klassiker Cowboy Bebop geschrieben hat. Regie führte Tensai Okamura, produziert wurde das Ganze von „Bones“.

Die Geschichte spielt — mal wieder — in einer post-apokalyptischen Zukunft in Japan. Es ist eine Art Eiszeit angebrochen, die Menschen leben in Armut und Hunger, die Atmosphäre ist düster und der Kampf um die verbliebenen Ressourcen gnadenlos.

In dieser Welt leben auch die letzten Wölfe die es geschafft haben, sich so perfekt zu tarnen, daß sie wie Menschen erscheinen, also i.d.R. nicht als Wölfe erkannt werden können. Auch in der Serie sind die Charaktere daher meistens als Menschen zu erkennen, nur in bestimmten, meist zentralen Sequenzen wird dem Zuschauer ihre eigentliche Wolfs-Gestalt gezeigt.

Im Vordergrund steht die Gechichte der vier Wölfe Kiba, Tsume, Hige und Toboe, die sich auf der Suche nach dem Paradies befinden. Das Paradies ist der Ursprung der Wölfe, eine bessere Welt, in der sie nicht von den Menschen gejagt werden, in der es genug Nahrung gibt und in die sie folglich zurückkehren wollen.

Kiba ist der Anführer des Rudels, der sich von seinen Instinkten leiten läßt und fest von der Existenz des Paradieses überzeugt ist. Tsume ist dagegen eher rational und pessimistisch, ein mürrischer Einzelgänger der sich der Gruppe und ihrer Suche nur anschließt, weil ihm dies besser als alle anderen Optionen erscheint. Wirklich überzeugt von der Existenz des Paradieses ist er allerdings nicht. Hige ist etwas jünger als Kiba und Tsume und bekannt für seinen permanenten Hunger und seine Fixierung aufs weibliche Geschlecht. Toboe ist der Jüngste im Wolfs Rudel, bei einer alten Frau aufgewachsen fällt es ihm schwer nach deren Tod in der rauhen Realität klarzukommen. Es ist sehr auf die Einheit und den Zusammenhalt des Rudels bedacht.

Eine weitere zentrale Rolle spielt das Blumenmädchen („Blumenjungfrau“) Cheza. Sie wurde ursprünglich mittels Alchemie künstlich von Lord Darcia aus einer Mondblume erschaffen. Darcia gehört einem alten ursprünglich sehr mächtigen Adelsgeschlecht an, das aber inzwischen im Verfall begriffen ist. Darcias Großvater hatte den Sprung ins Paradies geschafft, doch seitdem lastet ein Fluch auf der Familie. Dieser Fluch äußert sich zum einen darin, daß ein Auge von Darcia das eines Wolfes ist und zum anderen darin, daß seine geliebte Frau Harmona in einem Koma liegt, da sich ihre Seele im Paradies befindet. Durch die heilenden Kräfte von Cheza möchte Darcia seine Frau wieder aus dem Koma holen.

Doch zu Beginn der Serie befindet sich Cheza in einem „Dornröschenschlaf“ und wird in einer Forschungseinrichtung analysiert (wie genau sie dahin gekommen ist, wird nicht ganz klar). Dort weiß man so gut wie nichts über das Blumenmädchen, die leitende Wissenschaftlerin Cher Degré versucht mehr über sie zu erfahren. Cheza erwacht erst aus ihrem Tiefschlaf, als Kiba in ihre Nähe kommt und sie aus der Forschungseinrichtung befreit.

Kiba und seine drei Mitstreiter machen sich nun zusammen mit Cheza auf dem Weg zum Paradies. Cheza spielt hier eine Schlüsselrolle, da sie den Wölfen den Weg ins Paradies weisen kann. Die Mondblumen, aus denen ja auch Cheza gezeugt wurde, und die nur bei Mondschein in der Nacht blühen, bilden hier immer wieder Anhaltspunkte.

Die Wissenschaftlerin Cher Degré ist ebenso von Cheza fasziniert und macht sich auf den Weg, das mysteriöse Blumenmädchen wiederzufinden. Degré wird ihrerseits widerum von ihrem Ex-Ehemann Hubb Lebowski gesucht, ein Polizei Ermittler, der genauso wie seine Ex-Frau zunächst nicht an die Existenz von Wölfen glaubt, sich dann aber eines besseren belehren läßt.

Bei seiner Suche nach seiner Ex tut sich Hubb Lebowski streckenweise mit dem ehemaligen Sheriff und Alkoholiker Quent Yaiden zusammen. Yaiden hat vor langer Zeit seine gesamte Familie durch Wölfe verloren wie er glaubt (tatsächlich waren diese für den Angriff jedoch nicht verantwortlich). Seitdem ist alles was ihn am Leben erhält sein Haß auf die Wölfe die er konsequent jagt. Er ist einer der wenigen, der es schafft die menschliche Tarnung der Wölfe als solche zu erkennen. Dabei hilft ihm seine Wolfshündin Blue, die ihm anfangs loyal ergeben ist, im Verlauf der Serie jedoch auf die Seite der Wölfe überwechselt, als sie sich ihrer Identität bewußt wird.

Neben der Wissenschaftlerin Cher Degré und dem Wolfsjäger Quent Yaiden ist dem Rudel aber auch noch Lord Darcia auf den Fersen, da er mit Hilfe von Cheza wie schon erwähnt seine Frau aus dem Koma holen möchte. Es gelingt ihm zwischenzeitlich auch Cheza an sich zu reißen, jedoch zu spät, seine Frau ist bereits verstorben. Parallel dazu finden Auseinandersetungen zwischen verschiedenen Adligen statt, die obwohl sie geschwächt sind und im Hintergrund verbleiben, immer noch die ordnende Macht in der Gesellschaft darstellen.

Chezas Lebenserwartung ist sehr niedrig, ähnlich wie die Mondblumen aus denen sie erschaffen wurde, blüht sie bei Nacht immer wieder auf, verliert jedoch insgesamt kontinuierlich an Kraft. Die Suche nach dem Paradies ist also auch ein Rennen gegen die Zeit. Auf ihrer langen Reise treffen die vier Wölfe und Cheza immer wieder auf andere Wölfe, die ihnen teilweise feindlich gesinnt sind und den Glauben an das Paradies längst verloren haben.

„Wolf’s Rain“ ist eine Mischung aus moderner Fabel und SciFi. Im Vordergrund stehen die Spannungen innerhalb des kleinen Wolfsrudels, die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Wölfe werden stark betont. Gleichzeitig geht es aber auch um das angespannte Verhältnis zwischen Mensch und Tier, die Wölfe werden entweder als ausgestorben betrachtet, versklavt oder gejagt.

MTV zeigt jeweils eine Folge am Sonntagabend mit schwankender Sendezeit. Der Sendebeginn läßt sich jedoch auf den Zeitraum zwischen 0.30 Uhr bis 1.30 Uhr eingrenzen. Manchmal fängt die Folge auch 10 Minuten früher an, als es im Programm ausgewiesen ist. Insgesamt geht MTV nicht besonders sorgsam mit seinen sonntäglichen Anime-Perlen um. Wer sich davon nicht abschrecken läßt bekommt dann aber auch eine interessante und unterhaltsame Serie geboten. Da die Folgen aufeinander aufbauen, muß man allerdings schon regelmässig reinschauen, um den Faden nicht zu verlieren.

Ossi — Schicksalsjahre einer Kanzlerin

Juni 16, 2007

Das legendäre Satiremagazin „extra 3″ des NDR erzählt hier die Geschichte von Angela Merkel mit Kaiser Franz Müntefering und Graf Guido Westerwelle *rofl*.

Texhnolyze

Juni 15, 2007

Texhnolyze (sprich „technolize“) ist eine japanische Anime-Serie aus dem Jahr 2003. Sie gilt als eine der düstersten, japanischen Anime-Serie der letzten Jahre.

Regie führte Hirotsugu Hamazaki, die Charaktere wurden von Yoshitoshi ABe geschaffen, Produzent war Yasuyuki Ueda. Das Team Ueda und ABe hat vorher schon Anime-Serien wie Haibane Renmei (2002) und Serial Experiments Lain (1998) zusammen kreiert, die zumindest innerhalb der Fachszene einen sehr hohen Stellenwert genießen.

Die Serie spielt in einer nicht näher spezifizierten, postapokalyptisch-anmutenden Zukunft in Japan in der unterirdischen Stadt „Lukuss“. Die Existenz der Stadt basiert einzig auf der Förderung von „Raffia“, ein Rohstoff der in der Serie eine ähnlich zentrale Rolle wie „Spice“ im Klassiker „Dune“ spielt. Ähnlich wie die bewußtseinsverändernde Droge bei Dune immer fließen muß, kommt auch die Welt in Texhnolyze nicht ohne Raffia aus, das ausschließlich in Lukuss, der unterirdischen Stadt, vorkommt.

Raffia ist ein Stoff der verhindert, daß der menschliche Körper künstliche Gliedmaßen abstößt. Diese technischen Prothesen sind bei Texhnolyze von entscheidener Bedeutung, da die Menschheit Probleme mit der Reproduktion hat und technische Prothesen als entscheidende, lebensverlängernde Maßnahme gelten (grob gesprochen). Diese Ausstattung mit Prothesen wird unter dem Begriff „Texhnolyze“ zusammengefaßt. Neben dem Titel der Serie steht „Texhnolyze“ also als Synonym für die Prothesen — und darüber hinaus auch für den Vorgang einen Mensch mit der Prothese auszustatten. „Texhnolyze“ ist ferner der Begriff für das Gesellschaftsprinzip, das auf dieser Prothesen-Technologie aufbaut. Während „Raffia“ wie beschrieben das „Schmiermittel“ ist, ohne das die Prothesen nutzlos sind, da der Körper sie sonst abstößt.

Neben den einfachen Stadtbewohnern gibt es vier Gruppierungen in Lukuss, die Macht ausüben. Ganz oben in der Hierarchie steht die sog. „Klasse“, die auf dem „Hügel“ oberhalb der Stadt residiert und die Stadt angeblich nur deshalb existieren läßt, weil diese das Raffia fördert. Die „Klasse“ werden als gottgleiche Wesen beschrieben, deren Status von kaum jemanden innerhalb der Stadt ernsthaft hinterfragt wird. Die „Klasse“ ist hoch technologisiert, die notwendige Texhnolyze-Technologie kommt von ihr und außer ihr werden nur privilegierte Personen aus der Stadt mit Texhnolyze ausgestattet.

Zu diesen Privilegierten gehört die herrschende Kaste innerhalb der Stadt, die sog. „Organo“. Organo ist eine mafia-ähnliche Organisation die von der Struktur her sehr an die japanische Yakuza erinnert. Ihre Mitglieder tragen Anzüge, wirken insgesamt zivilisierter und gebildeter als die restlichen Stadtbewohner, haben aber keine Skrupel ihren Machtanspruch notfalls mit aller Härte durchzusetzen. Die Organo vertreibt als Unternehmen die Texhnolyze-Technologie und hat hier eine Monopolstellung. Im Gegenzug ist sie gegenüber der „Klasse“ verpflichtet, die kontinuierliche Raffia-Förderung sicherzustellen.

Am stärksten herausgefordert wird die Organo von der „Union“, einer Sekte die danach strebt an Stelle der Organo zu treten und die Macht in der Stadt zu übernehmen. Anders als die Organo spricht sich die Union strikt gegen den Einsatz von Texhnolyze aus, sie glaubt, daß die Menschheit ohne Texhnolyze auskommen sollte, will sozusagen wieder zurück zu den Wurzeln. Diese Position wird aber von der Organo als verlogen dargestellt, da z.B. der Union-Anführer, Kimata Motoharu, selbst über eine Texhnolyze-Prothese verfügt.

Die dritte Gruppe im Kampf um die Macht in der Stadt sind schließlich die „Racan“, eine Art Straßengang bestehend aus Jugendlichen und Twens, die schlechter aufgestellt als die Organo und die Union ist, aber auf der Straße sehr dominant ist und sich durch Kleinkriminalität auszeichnet. Anführer der Racan ist der charismatische Shinji. Auch die Racans verfügen teilweise über Texhnolyze-Implantate.

Hauptfigur der Serie ist jedoch der junge Ichise, ein sehr willensstarker und rebellischer Heranwachsender. Am Anfang wird ihm von einem sadistischen Organo-Mitglied mit einem Samurai-Schwert (der Standard-Waffe der Organo) ein Arm und ein Bein abgetrennt.

Ichise überlebt jedoch und wird durch Zufall von der Ärztin „Doc“ auf der Straße gefunden. Doc entstammt ursprünglich der „Klasse“, hat sich von dieser jedoch losgesagt und möchte so viele „normale“ Menschen wie möglich mit Texhnolyze ausstatten. Für sie ist Texhnolyze Bestandteil der menschlichen Evolution, statt Prothesen zu entwickeln, die genauso wirken wie die ursprünglichen Gliedmaßen, strebt sie danach die Texhnolyze-Implantate immer weiter zu verbessern. So bekommt Ichise eine Arm- und Bein-Prothese die ihn nahezu unbesiegbar machen (weckt natürlich sofort Erinnerungen an „Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann“).

Ichise ist anfangs alles andere als begeistert über seine neuen Prothesen (die ihm ohne sein Einverständnis verpaßt wurden), da sie nicht so funktionieren, wie er es sich vorstellt. Damit die Prothesen überhaupt funktionieren hat Doc ihnen ein paar Zellen von Ichises verstorbener Mutter implantiert, die Ichise bis dato als Andenken in einer Kapsel um den Hals trug. Auch das findet Ichise alles andere als toll. Doch nach der anfänglichen Wut wird Ichise im Zuge der Serie immer ruhiger, regelrecht apathisch. Nur hin und wieder blitzt der Haß in ihm wieder auf, etwa als er die Männer stellt die seinen Vater verraten haben (der deshalb getötet wurde) oder das Organo-Mitglied richtet, das ihn verstümmelte.

Eine weitere zentrale Figur ist Ran ist ein kleines Mädchen, das über die ungewöhnliche Gabe verfügt in die Zukunft sehen zu können, wobei es sich allerdings immer nur um eine mögliche Zukunft handelt und sie hier auch immer nur die unmittelbar folgenden Geschehnissen erkennen kann, ihr Zukunftsblick ist also eingeschränkt. Sie ist auf geheimnisvolle Weise mit Ichise verbunden, will ihm jedoch nicht seine Zukunft verraten.

Im ersten Teil der Serie spielt weiterhin Kazuho Yoshii eine entscheidende Rolle, der aus der Außenwelt nach Lukuss kommt. Zuerst wirkt er wie ein Tourist, eine Art Chronist, der wissbegierig alles über die Stadt erfahren möchte. Später stellt sich jedoch heraus, daß er ein Intrigant und Attentäter ist, der systematisch alle drei Gruppen in Lukuss (Organo, Union und Racan) aufeinanderhetzt und am Ende sogar ein Attentat auf ein Mitglied der Klasse plant, die er für schwach und krank hält. Während es anfangs noch so scheint, als habe er einen Auftrageber, agiert Yoshii immer autonomer und versucht die Stadt ins Chaos zu stürzen, aus dem eine neue Weltordnung entstehen soll.

Zunächst scheint Yoshiis Plan aufzugehen, alle beteiligten Gruppen gehen aufeinanderlos. Nur Keigo Onishi, der Kopf der Organo, durchschaut, daß hier falsch gespielt wird. Er kann die anderen allerdings nicht davon überzeugen, daß es um einen Komplott geht und sie gegeneinander ausgespielt werden sollen. Es kommt zum erbitterten Krieg zwischen den drei Gruppen, wobei es in der Organo auch noch interne Querelen gibt, Onishi soll gestürzt und gegenüber der Klasse als Sündenbock für das Chaos herhalten.

Gemeinsam mit Ichise gelingt es Onishi jedoch Yoshii aufzuhalten, er wird von Ichise zur Strecke gebracht und stirbt schließlich durch seinen eigenen Handlanger Sakimura. Onishi nimmt seine alte Stellung wieder ein, liegt aber noch geschwächt im Krankenhaus. Ichise steigt bei der Organo ein und deckt auf, daß ein Teil der Anschläge auch auf das Konto eines Organo-Bosses gingen, der Onishis Führungsstil diskreditieren wollte.

Insgesamt ist Texhnolyze eine sehr avantgardistische Anime-Serie, in der es viel um Identität, den freien Willen und Fatalismus geht. Die zunehmende Mechanisierung des menschlichen Körpers wirft die Frage auf, was den Menschen eigentlich zum Menschen macht. Auch die Frage nach Humanität in einer durch und durch inhumanen Gesellschaft wird immer wieder zwischen den Zeilen gestellt. Viele Dinge bleiben im Dunkeln, dem Zuschauer wird abverlangt selbst frei zu interpretieren, was er sieht. Wer sich darauf einläßt, bekommt dann aber gute Unterhaltung geboten.

VOX zeigte die Folgen 1 bis 12 am letzten Freitag in deutscher Fernseherstausstrahlung. Heute gibt es dann den zweiten Teil mit den Folgen 13 bis 22 von 0.30 bis 5.10 Uhr. Für knapp fünf Stunden dieser Serie am Stück und dann auch noch bis in die frühen Morgenstunden braucht es schon etwas Ausdauer, notfalls sollte man eben einfach den Video- oder Festplatten-Rekorder programmieren. Allerdings ist das immer noch angenehmer, als sich jede Woche nur eine Episode ansehen zu können, wo es dann immer einen nervigen Cliffhanger gibt. Da ich hier die ersten 12 Folgen vom letzten Freitag zusammengefaßt habe, macht es auch nichts, wenn man heute erst mit dem zweiten Teil einsteigt.