Archiv für Oktober 2007

Jeff Dunham: Achmed, the Dead Terrorist

Oktober 31, 2007

Jeff Dunham gilt als einer der zur Zeit beliebtesten Bauchredner und Stand-up Comedians in den USA. Er arbeitet mit diversen Bauchredner-Puppen (von diesen ist „Walter“ vermutlich die bekannteste), jede hat einen eigenen Charakter und ein eigenes Markenzeichen .

Eine von Dunhams neusten Puppen ist „Achmed, the Dead Terrorist“, ein Selbstmordattentäter, der nicht ganz so Furcht einflößend ist, wie er gerne wäre und nicht wahr haben will, daß er schon tot ist.

Auszüge:

Achmed: „Silence, I kill you!“

Achmed: „God-damn-it.“
Achmed: „Oh, oh, I mean Allah-damn-it!“

Achmed: „Okay, I will not move my ass.“
Walter: „You idiot, you don’t have an ass.“

Achmed: „Saddam’s mustard gas is nothing compared to a Walter fart.“

Dunham: „Look, if you’ve been in my suitcase all this time, how do we got thru security at the airports?“
Achmed: „Oh, that’s easy, they open the suitcase and I go: ‘Helloooo, I’m Lindsay Lohan.’“

Dunham: „So where do you get your recruits?“
Achmed: „The suicide hotline.“

Dunham: „So do you like beeing in [Washington] D.C.?“
Achmed: „I think some idiots must live here.“
Dunham: „Why?“
Achmed: „For example the Washington Monument„.
Dunham: „Yes?“
Achmed: „It looks nothing like the guy. It looks more like a tribute to Bill Clinton.“

Windows Live Groups als Nachfolgeangebot für MSN Groups?

Oktober 30, 2007

Wie im März am Fallbeispiel der Herzflimmern-Group dokumentiert, hat die vollständige Einstellung des Chat-Services seitens MSN auch zu starken Auflöseerscheinungen der MSN Groups geführt. Dieser Prozeß wird dadurch verstärkt, daß MSN bereits seit Jahren technisch nichts mehr an den MSN Groups verbessert hat, so daß diese heute weit hinter „modernen“ Web 2.0-Angeboten hinterherhinken.

Es war offensichtlich, daß die MSN Groups in den Augen von MSN ein Auslaufmodell waren und es gab zunächst auch keine Anzeichen, daß es ein vergleichbares Group-Angebot innerhalb der neuen „Windows Live Services“ geben sollte.

Folgt man dem entsprechenden Eintrag in der englischen Wikipedia, soll nun aber doch ein „Windows Live Groups“-Angebot an den Start gebracht werden, angeblich bereits in diesem November.

Die neuen Groups sollen an die „Windows Live Spaces“ angegliedert werden und sich in verschiedene Typen unterteilen:

  • Share Group – allow group members to add or view each other’s photos and videos
  • Discussion Group – allow group members to discuss a common topic and learn from each other
  • Keep In Touch Group – allow users to stay connected with their families, friends and collegues using Windows Live Spaces
  • Coordinate Group – allow users to keep people around them organized
  • Generic Group – multipurpose group that allow users to do any of the above functions

Allerdings sind auch die Quellenangaben in diesem Wikipedia-Eintrag äußerst dürftig, man könnte auch sagen: nicht existent. Einziges wirklich aussagekräftiges Indiz ist ein Screenshot des neuen Services. Die URL leitet hingegen zur Zeit auf die Live Spaces um.

Entweder arbeitet Microsoft wirklich noch an diesem Service oder es hat das Projekt inzwischen wieder aufgegeben. Auch mit einer Google-Abfrage kann man hier zur Zeit nicht wesentlich mehr Licht ins Dunkel bringen. Bei ZDNet heißt es:

„Fluegel declined to discuss when, how and even if Microsoft plans to integrate Live Events with Windows Live Groups, the expected successor to MSN Groups.“ (ZDNet.com Blogs, 11.10.07)

Und bei dem verlinkten LiveSide.net Blog-Eintrag kann man nachlesen

„And while we’re on the topic of Spaces, there’s also been some chatter on an MSN Groups upgrade to Windows Live Groups. The Wikipedia entry on it is well worth reading, thanks again to Live Search doing a great job in caching the non-public facing Groups homepage.“ (LiveSide News Blog, 08.10.07)

Womit zumindest deutlich wird, wie der Screenshot im Wikipedia-Eintrag zustande gekommen ist. Klarheit ob und wenn ja wann die Windows Live Groups kommen, bringt das alles aber immer noch nicht. Immerhin erscheint es aber wahrscheinlich, daß Microsoft wirklich an einem entsprechenden Projekt arbeitet.

Das grundlegende Problem des Fehlens eines Chatraums, der in vielen Groups den Kern der Community gebunden hat, wird allerdings auch durch den neuen Service nicht gelöst. Denn eine Chat-Funktion werden auch die neuen Groups anscheinend nicht haben.

Dennoch stellt die Option im „Live-Kosmos“ dann auch Diskussionsgruppen eröffnen zu können immerhin eine neue Perspektive dar, die beim jetzigen Live-Angebot mit dem zentralen Fokus auf Fotoalbum und Blog bei den Spaces einfach fehlt.

Daft Hands

Oktober 29, 2007

Das neuste Kultvideo auf YouTube nennt sich „Daft Hands“. Ein Daft Punk Fan hat den Klassiker „Harder, Better, Faster, Stronger“ (siehe auch Stronger) mit etwas „Hand-Akrobatik“ visualisiert, ziemlich cool.

Du hast den schönsten Ar*** der Welt

Oktober 28, 2007

„Alex Christensen“ (Alex C.) schaffte seinen musikalischen Durchbruch bereits Anfang der 90er mit dem „U 96″-Projekt. Danach wurde es relativ ruhig um ihn, auch wenn Christensen weiter im Geschäft war und als Produzent für diverse Popkünstler tätig wurde.

Nach langer Zeit ist ihm nun mit „Du hast den schönsten Ar*** der Welt“ (featuring Y-Ass) mal wieder eine obere Chartplatzierung gelungen. Ursprünglich ein Clubhit wird der Song inzwischen überall rauf und runter gespielt. Dabei ist „Du hast den schönsten Ar*** der Welt“ ein relativ plattes Cover von „Runaway“ (1996) von den „Soundlovers“. Dennoch ist Christensen mit Hilfe der weichen Stimme von Y-Ass und einer eingängigen Melodie samt Text ein absoluter Ohrwurm gelungen. Primitiv aber einprägsam.

Das Video als solches ist nicht übermäßig innovativ, hält aber immerhin was der Titel des Songs verspricht :p.

Hitler hatte einen Globus! — Bahnbrechende Erkenntnisse auf einestages.de

Oktober 19, 2007

Spiegel Online wollte wohl einfach nicht mehr die Entwicklung des Web 2.0 nur von außen betrachten. Zu verfüherisch die Idee, daß man selbst nur noch als Aggregator firmiert und die eigentliche Arbeit in Form der Erstellung von Inhalten dem gemeinen Internetnutzer überläßt.

Mit seinem neuen Portal „einestags.de“ wagt Spiegel Online daher nun selbst den Einstieg ins Mitmach-Netz und beschreibt das neue Projekt wie folgt:

„einestages ist das neue Zeitgeschichte(n)-Portal von SPIEGEL ONLINE. Hier können Sie Geschichte sehen, Geschichte lesen – und Geschichte schreiben. Denn einestages macht Sie, die Leser zu Partnern in einem neuen und einmaligen Projekt: dem Aufbau eines kollektiven Gedächtnisses unserer Geschichte.

(…) Sie waren dabei, als die Mauer fiel? Als der Tsunami Thailand verwüstete? Beim ersten Konzert von Tokio Hotel? Haben Sie Fotos davon? Werden Sie Zeitzeuge, schreiben Sie auf einestages Ihre ganz persönlichen Zeitgeschichten.“ („Was ist einestages?“)

(…) Ganz klar: Im Mittelpunkt steht das turbulente 20. Jahrhundert – aber eben das lange 20. Jahrhundert: Urgroßvaters Briefe aus der Zeit der Reichsgründung um 1870/71 sind genauso Dokumente für einestages wie das Handyfoto vom Tsunami Weihnachten 2004. („Was ist Zeitgeschichte?“)

(…) Die Nachkriegsjahre, der Deutsche Herbst, die Wiedervereinigung sind wichtige Themen für einestages. Doch unsere Vergangenheit ist mehr als graue Weltpolitik: Die Tapeten der siebziger Jahre, die ersten Handys, die WM 1974, die Oderflut – all diese Themen haben sich eingebrannt in unser kollektives Gedächtnis.“ („Was sind Themen“)

Nun haben Zeitzeugenberichte natürlich durchaus einen gewissen Aussagewert und in der Tat läßt sich über sie Geschichte oft erschließen. Trotzdem besteht hier natürlich auch immer die Gefahr, daß die Momentaufnahme eines Einzelnen die Wahrnehmung einer historischen Gegebenheit verzehrt. Und selbst wenn es nicht gleich soweit kommt: Im günstigsten Fall wird es doch darauf hinauslaufen, daß sich auf „einestages“ Trivialitäten ansammeln — mehr oder minder nette Anekdoten die oft nichtssagend sind.

Was sagt dem Leser zum Beispiel die Erkenntnis, daß Andreas Baader eine Haßliebe zu Autos hatte oder daß jetzt in den USA Hitlers Globus aufgetaucht ist? Wow, Hitler hatte einen Globus!

Demnächst dann vermutlich bei „einestages.de“: Irmgard M. kann sich nicht erinnern ob sie am 9. November 1989 weinen mußte, weil die Mauer fiel oder weil sie gerade Zwiebeln schnitt, Peter D. hat auf seinem Dachboden das Diaphragma von Eva Braun gefunden und der Urgroßvater von Sven D. gesteht in einem Brief daß er Kaiser Wilhelm II. nicht nur im übertragenden Sinne liebt.

Andere Storys wie das „Wunder der Anden“ samt Kannibalismus-Diskussion oder Menachem Begins Verwicklung in das Attentat auf Adenauer kauen nur hinlänglich Bekanntes wieder.

Besonderen Wert legt man auf Fotos, doch selbst wenn man hier unterstellt, daß einige Fotos bisher unbekannt waren, so sind sie in der Regel nicht besonders aussagekräftig oder spektakulär.

Insgesamt ein recht fader Ansatz, der aber zur medialen Tendenz paßt, zunehmend immer stärker Einzelschicksale, Momentaufnahmen und Banalitäten zu fokussieren. Schade, daß die Redakteure von einestages.de offenbar nicht lesen, was z.B. ihr Kollege Reinhard Mohr schreibt.