18 Karat Gold

August 31, 2008 von Bloomsday

Johnossi ist eine schwedische Indie-Rock-Band die schon seit 1996 besteht, aber erst 2006 ihr erstes Album veröffentlichte und jetzt mit „All They Ever Wanted“ das zweite herausgebracht hat. Die Band besteht nur aus zwei Personen, John Engelbert und Oskar „Ossi“ Bonde.

In der Wikipedia heißt es über ihre Musik: „Their music is characterized by a full guitar sound supported by Engelbert’s unorthodox guitar rig and myriad effects pedals, and Bonde’s straightforward beats; studio releases often feature colorful percussion accents on instruments such as tambourine, maracas, guiro, and chimes. A variety of musical styles appear in their work, from hard rock, to blues riffs, post-punk, and even gloom-pop, though lyrical themes are almost uniformly personal and slightly angsty“.

Inhaltlich geht es in dem Song um Einsamkeit und Unnahbarkeit, um den vergeblichen Versuch „ein Loch im Herzen mit 18 Karat Gold aufzufüllen“: „18 karat gold wouldn’t fill the hole / The bleeding hole in her heart / That’s made from cicumstances at home / Because they kept pulling her hair / And so it choked her words / She don’t sleep at night, afraid to turn out the light / And she’s home“.

Passend zu diesen eher traurig-düsteren Lyrics kommt das Video daher. Man sieht eine junge Frau, die sich auf einem ziemlich unangenehmen Drogentrip zu befinden scheint. Sie torkelt schwitzend durch ihre Wohnung, verrichtet verschiedene Tätigkeiten (tanzen, essen, Glitterhemd anziehen, Plastik-Delfin reiten, was man halt so auf Drogen macht ;) und bricht schließlich zuckend mit einer Zahnbürste in der Hand zusammen. In der letzten Sequenz sieht man wie eine transparente Flüssigkeit auf dem Herd Feuer fängt. Ein teilweise beängstigend und traurig wirkendes aber gleichzeitig wunderschönes und ästhetisch wohl inszeniertes Video.

Hammerhead

August 30, 2008 von Bloomsday

„The Offspring“ ist eine eigentlich recht bekannte us-amerikanische Punkrock-Band, die ihren Durchbruch 1994 mit dem Album „Smash“ hatte. Inzwischen ist mit „Rise and Fall, Rage and Grace“ bereits ihr achtes Studioalbum erschienen. Und hier war „Hammerhead“ die erste Singleauskopplung.

Der Song ist aus Sicht eines Schul-Amokläufers geschrieben, was aber erst am Ende des Stücks deutlich wird („And you can all hide behind your desks now / And you can cry ‘teacher come help me’“). Zu Beginn des Tracks klingt das Ganze dagegen noch nach der typischen Argumentation eines Soldaten, der glaubt für ein höheres Ziel zu töten. So wollen zumindest die Bandmitglieder den Song verstanden wissen.

Das komplett animierte Video wurde von Teqtonik produziert, in der Wikipedia heißt es: „The video has a anti-war/violence slant represented through symbolism including mechanical animals, such as robotic dogs, pigs and elephants meant to represent politicians, and stealth fighters that later turn into birds flying into a sunset at the song’s conclusion. Other events including a soldier being ordered to jump to his death, kids playing catch with a bomb and a spokesman wearing a dunce hat speaking to frenzied reporters. The video has a dark feel, being predominantly tinted in blue and appearing deliberately aged and damaged“ (Wikipedia).

Insgesamt thematisiert das Video mehr den Alltag in einem Krieg, die überraschende Wendung am Ende in Richtung Schul-Amoklauf kommt hier nicht zur Geltung. Dennoch wird die allgemeine gewalt-kritische Message ganz gut deutlich. Vom Sound her ist der Track ein typisches Offspring-Stück, offenbart also eher Altbewährtes denn grundlegend Neues (was ja nicht schlecht sein muß).

Great DJ

August 29, 2008 von Bloomsday

Das Duo Katie White (Gesang) und Jules De Martino (Schlagzeug) gründete 2006 die britische Indie-Pop-Band „The Ting Tings“. Ihren Durchbruch hatten sie in diesem Jahr zunächst mit dem Track „Shut Up and Let Me Go“, der von Apple für eine iPod-Werbung verwendet wurde und dadurch sehr bekannt wurde, und später mit dem Rerelease der Single „That’s Not My Name“, die ursprünglich aus dem Jahr 2007 stammt aber erst jetzt nach der Wiederveröffentlichung auf dem ersten Album („We Started Nothing“) auf Platz 1 der britischen Charts landete.

Mir persönlich gefällt bisher „Great DJ“ am besten, sowohl was den Song als auch was das Video angeht. Obwohl einfach gestrickt, ist das Video ganz unterhaltsam, man sieht eigentlich nur White und De Martino beim Tanzen vor einem künstlichen Hintergrund, der in einigen kurzen Sequenzen sogar aus einer „Fototapete“ besteht. Der Clip wirkt durch die grellen Hintergrund-Farben sehr Retro und erinnert von der Struktur her z.B. an das legendäre Video der „Pizzicato Five“ zu „Twiggy, Twiggy“ (obgleich letzteres in s/w ist).

Gobbledigook

August 28, 2008 von Bloomsday

Sigur Rós ist eine aus Island stammende Band, die dem Ambient- und auch Post-Rock-Genre zugerechnet werden kann.

Im Juni diesen Jares wurde mit „Með suð í eyrum við spilum endalaust“ (dt.: „Mit einem Brummen in den Ohren spielen wir endlos“) das fünfte Studioalbum der Band veröffentlicht. In der englischen Wikipedia heißt es dazu: „In general, the music continues Sigur Rós’ departure from their generally ethereal and minimalist music, being (as the title and cover suggest) more playful and fanciful than their early work, featuring more traditional guitar melodies, acoustic instrumentation, and folk-oriented compositions following in the vein of their later albums.“

Die erste Singleauskopplung aus dem Album war „Gobbledigook“, wobei der Titel vermutlich auf den englischen Ausdruck „Gobbledygook“ anspielt oder sich von ihm ableitet. In der Wikipedia erfährt man zu diesem Begriff: „Gobbledygook or gobbledegook (sometimes shortened to gobbledegoo) is an English term used to describe nonsensical language, sound that resembles or unintelligible encrypted text“, was dann auch als selbstironischer Verweis der Band verstanden werden kann.

Im dazugehörigen Videoclip sieht man eine Gruppe Naturisten wie sie splitternackt durch einen Wald rennen und tanzen. Gedreht wurde es von „Arni & Kinski“, die vorher schon zwei andere Videos für Sigur Rós produziert hatten. Eine qualitativ bessere Version kann auf der Website der Band angesehen werden.

Der Clip ist sehr solide auf die Musik zugeschnitten, etwa wenn die Protagonisten sich am Lagerfeuer in Trance tanzen oder ein „Buschtrommler“ passend zum Sound seinen Einsatz hat. Wegen der „nackten Tatsachen“ taucht das Video auf den Musikkanälen im Fernsehen nur im Spätprogramm auf und hier auch nur selten. Schade, denn es ist gelungen und der Track recht eingängig.

Do It or Die

August 27, 2008 von Bloomsday

„Die Mannequin“ ist eine noch recht junge Punkrock Band aus Kanada, die zwar schon 2006 ihre erste EP rausbrachte, es aber erst 2007 mit der zweiten EP, Slaughter Daughter, zumindest teilweise bis in den Mainstream schaffte. Zur Zeit läuft auf den Musikkanälen hin und wieder „Do It or Die“ von letztgenannter EP, wenn auch nicht in der Hauptrotation.

Der Stil der Band wird in der englischen Wikipedia auch als „Glam punk“ und als „Sleaze rock“ bezeichnet (wobei letztere Kategorie auf „Glam metal“ weiterleitet). Treibende Kraft in der Band ist die Sängerin und Gitarristin Care Failure (bürgerlich Caroline Kawa), die dann auch das Video zum Song dominiert. Produziert wurde der Track von Ian D’Sa, dem Sänger und Gitarristen der inzwischen deutlich bekannteren Alternative-Rock-Band „Billy Talent“, welche ebenfalls aus Kanada stammt.

Obwohl in Farbe gedreht, wirkt das Video teilweise fast so als sei es schwarz-weiß, was vermutlich ein durch Filter absichtlich so herbei geführter Effekt ist. Zu sehen ist die Band, wie sie einen Gig absolviert, die Räumlichkeiten sind dabei nicht gerade üppig, die szenenweise auf dem Tisch stehende Failure stößt fast an die Decke. Wie oben schon erwähnt dominiert sie das ganze Video und kommt mit verfilztem Haar und einem speckig wirkenden Shirt dem Klischee einer echten Punkrock-Göre schon ziemlich nah. Am beeindruckendsten ist aber natürlich ihre röhrend-rotzige Stimme, die den Sound der Band prägt. Kein übermäßig gutes aber dennoch unterhaltsames Video.